Schmerzensgelder und Behandlungsfehler

Es kommt immer wieder vor, dass einem Arzt schwerwiegende Behandlungsfehler passieren. Bei solch einem Ärztepfusch hat der Patient möglicherweise sogar sein ganzes Leben darunter zu leiden. Ärzte sind allerdings nicht unangreifbar und können für ihre Fehler rechtlich belangt werden. Dabei gibt es immer wieder prominente Fälle, welche durch die Medien gehen, aufgrund der hohen Schmerzensgelder Auszahlungen.

Behandlungsfehler

Schmerzensgeld nach Arm-Amputation

Die erste Entscheidung, die wir Ihnen vorstellen möchten, stammt aus Hamm. Der Patient hatte sich den rechten Unterarm gebrochen. Kurz nachdem der Gips angebracht worden war, beschwerte er sich über starke Schmerzen. Ebenfalls trat eine starke Schwellung mit Hämatom auf. Der medizinische Sachverständige hat festgestellt, dass der Arzt er versäumt habe frühzeitig einen Chirurgen zur Hilfe zu holen. Die Folge war ein sogenanntes Kompartmentsyndrom. Dies trat durch den starken Druck des Gips auf den Muskellogen auf. Die Folge war, dass die Blutgefäße, Muskeln und Nerven stark geschädigt wurden. In diesem Fall sogar so stark, dass eine Amputation des Unterarms notwendig war.

Letztendlich entschied das Oberlandesgericht Hamm, der Arzt habe einen schweren Fehler in der Nachbehandlung des Patienten begangen. Der Patient bekam dafür Schmerzensgeld in Höhe von 50.000€.

Kind von viereinhalb schwerst behindert

Der zweite Fall ist aus dem Jahr 2012 und hat in Berlin stattgefunden. Diesen haben wir auch in unserer Schmerzensgelder Übersicht aus dem Jahr 2017 aufgenommen. Auch hier begann alles relativ harmlos. Das damals viereinhalb Jahre alte Kind hatte sich im Jahr 2002 den linken Arm gebrochen. Noch am Unfalltag kam es Aufgrund von ärztlichen Fehlern zu Komplikationen. Das Kind erlitt einen schweren Gehirnschaden und ist seitdem der Pflegestufe III zuzuordnen. Es leidet nun unter erheblichen Ausfällen der Großhirnfunktion, sowie Lähmungen in allen vier Gliedmaßen. Es muss mit einer Sonde ernährt werden und wird für immer auf ständige Pflege angewiesen sein.

Der 20. Zivilsenat des Kammergerichts hat dem Kind Schmerzensgeld in Höhe von 650.000€ zugesprochen. Das Landgericht hatte zunächst auf eine niedrigere Summe entschieden, doch der Zivilsenat sah ein, dass dem Kind bewusst sein kann welche Einschränkung es nun im Vergleich zu vorher hat. Durch diese potentielle zusätzliche Psychologische Belastung kam es zu dieser hohen Summe.

Der aktuelle Fall Lara Viktoria

Es gibt auch momentan einen sehr Prominenten Fall für Schmerzensgelder durch Ärztepfusch. Die vierjährige Lara Viktoria ist seit ihrer Geburt gelähmt wegen einem Ärztefehler. Die Mutter des Mädchens hatte wenig Fruchtwasser, worauf die Ärztin entschied ihr ein Medikament zu geben um dessen Produktion anzuregen und die Plazenta besser zu durchbluten. Die Mutter war allerdings allergisch gegen das Medikament Gelafundin. Dies war auch im Mutterpass vermerkt. Sie ging in einen allergischen Schock über und musste sogar reanimiert werden. Währenddessen wurde die Versorgung des Kindes über die Nabelschnur unterbrochen. Lara wurde erst drei Stunden später per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Sie erlitt einen dauerhaften Hirnschaden und wird ihr Leben lang ein Pflegefall bleiben.

Das Amtsgericht Hagen entschied sich bereits für eine Geldstrafe in Höhe von 19.200€ wegen fahrlässiger Körperverletzung. Nun steht auch noch eine Schadensersatz– und Schmerzensgeldklage vor dem Zivilgericht in höhe von 560.000€ an.

Ihr Rechtsanwalt für Behandlungsfehler

Wenn sie auch Opfer eines Behandlungsfehlers geworden sind oder auch nur den Verdacht haben, Sind Sie bei uns an der richtigen Adresse. Beate Lenke ist Rechtsanwältin für Medizinrecht und zusammen mit Dr. Raimund Bürger geben sie ein starkes Team ab, um sie in allen medizinrechtlichen Angelegenheiten zu unterstützen. Wir kümmern uns um jeden Fall sorgfältig und haben auch die Kontakte zu qualifizierten Gutachtern um die bestmöglichen Erfolgschancen zu garantieren.

Fachanwältin Beate Lenke - Medizinrecht Essen

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Appendizitis (Blinddarmentzündung)

Die Appendizitis (Blinddarmentzündung) ist eine verbreitete Erkrankung, die besonders häufig im Kindes- und Jugendalter auftritt, jedoch immer wieder von Ärzten zu spät erkannt wird. Ursache dafür sind immer wieder die im klinischen Alltag vorzufindenden unzureichenden Befunderhebungen. Insbesondere wird die akute Blinddarmentzündung oftmals mit einer Magen-Darm-Erkrankung (Gastroenteritis) verwechselt.

Denn sowohl die Blinddarmentzündung als auch die Magen-Darm-Erkrankung gehen häufig mit Appetitlosigkeit, Verweigerung der Nahrungsaufnahme und Bauchschmerzen, die i.d.R. im Oberbauch beginnen, einher. Später treten häufig auch Übelkeit und Erbrechen hinzu. Daher ist es notwendig, dass der Arzt bei diesen Symptomen nicht nur die Abwehrspannung des Bauches ertastet, sondern auch einen Druckschmerz im rechten Unterbauch mit dem sog. „Loslass-Zeichen“ abklärt.

Auch eine Ultraschalluntersuchung gehört zu den obligaten Untersuchungsmethoden zur Abklärung einer möglichen Appendizitis. Sonographisch zeigt sich vielfach freie Flüssigkeit im Bauchraum auf, was ebenfalls ein Hinweis auf eine Blinddarmentzündung sein kann. Erforderlich ist zur Abklärung einer Blinddarmentzündung bei Vorlage mindestens zwei dieser Warnhinweise zudem eine weitere Befunderhebung mittels CT und/oder Probelaparoskopie.

Denn immer wenn die Blinddarmentzündung nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann, ist zu operieren, weil die Komplikationen viel gefährlicher sind als die Operation an sich. Denn eine gefürchtete Komplikation ist der Blinddarmdurchbruch. Hierbei bricht der entzündete Wurmfortsatz dann in die Bauchhöhle ein und es liegt eine lebensbedrohliche Notfallsituation vor.

Symptome des Blinddarmdurchbruchs sind ein Vernichtungsschmerz, ein brettharter Bauch, Kollaps bis Schock, ein beeinträchtigender Allgemeinzustand, verbunden mit Fieber, Unruhe und Atemnot. Nicht hinwegtäuschen darf eine vorübergehende Verbesserung der Bauchschmerzen. Denn dies ist typisch nach einem erfolgten Blinddarmdurchbruch, weil sich die lokale Entzündungssituation nun „entspannt“, tatsächlich sich aber im gesamten Bauchraum ausbreitet. Dies führt dann regelmäßig in kürzester Zeit zu einer folgenschweren Bauchfellentzündung (Peritonitis), die auch tödlich enden kann.

Im Falle nur minimalster Anzeichen bzgl. eines Verdachtes einer Blinddarmentzündung sollte unbedingt eine klinische Abklärung und stationäre Aufnahme in einer Klinik kurzfristig erfolgen. Lieber einmal mehr schauen, als einen gravierenden Schaden zu erleiden.

Thrombose und Embolie

Der Begriff „Thrombose“ umschreibt die lokale Blutgerinnung in einem oder mehreren Blutgefäßen. Begünstigt werden diese Krankheitsbilder durch Verletzungen, Verbrennungen, Operationen, Ruhigstellung (z.B. im Gipsverband oder einer Orthese), Krampfadern, Übergewicht, Einnahme hormoneller Verhütungsmittel (Pille), bösartige Erkrankungen oder Gerinnungsstörungen. Gerade weil die Thrombose eine relativ häufige Komplikation ist, gilt es ärztlicherseits die Prädispositionen (Vorerkrankungen oder Verletzungsursachen) eingehend abzuklären. Denn die Thrombose beeinträchtigt die Blutzirkulation.

Es kommt dann zu einer Gefäßwandschädigung und eine endrone Zusammensetzung des Blutes. Diese gestörte Blutströmung kann folgenschwere Auswirkungen haben. Löst sich nämlich z.B. infolge der gestörten Blutströmung ein Gerinnsel, wird dieses mit dem Blutstrom in die rechte Herzkammer transportiert und von dort in die Strombahn ausgeworfen. Je nach Größe kann das Gerinnsel dann die Lungenstrombahn verschließen, was im schlimmsten Fall zu einem Sekundentod führt.

Bei Symptomen, die auf eine Thrombose hindeuten, sollte daher umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Typische Symptome einer Beinvenenthrombose sind z.B. eine Schwellung und ein Wärmegefühl im betroffenen Bein, ebenso eine gerötete und gespannte Haut, evtl. auch eine bläuliche Verfärbung. Auch Schmerzen im Fuß, Wade und Kniekehle, die sich bei Hochlagerung bessern, sind ein dringender Warnhinweis auf eine gestörte Blutzirkulation.

Wenn zusätzliche Brustschmerzen und Atemnot auftreten, kann dies ein ernst zu nehmender Hinweis auf eine Lungenembolie sein. Dann handelt es sich um einen akuten Notfall, sodass umgehend der Notarzt zu alarmieren ist.

Nicht zu unterschätzen ist auch die sog. Reisethrombose. Hierbei handelt es sich um eine tiefe Venenthrombose während oder nach einem Flug -oder auch Autoreise von mehr als 4 Stunden. Als Folge des langen Sitzens wird der Blutfluss langsamer, die Tiefenvenen werden im Kniebereich und in den Leisten abgeknipst und zusätzlich wird bei gleichzeitig vielleicht reduzierter Flüssigkeitszufuhr das Blut dicker und die Gefahr einer Blutgerinnselbildung steigt. Bei längerer Immobilisation ist einer gestörten Blutzirkulation durch ausreichend Flüssigkeitszufuhr und Hochlagern der Beine entgegen zu wirken.

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